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Nachbericht: 13. Internationaler Bodenseekongress

Neueste Erkenntnisse der Regulations- und Modernen Orthomolekularen Medizin

Am 13. Internationalen Bodenseekongress der Stiftung für Gesundheit und Umwelt (SfGU) im Lilienberg Unternehmerforum hörten die rund 200 Teilnehmenden 5 Fachvorträge von Referenten mit grosser Expertise. Ihre Kernaussagen lassen sich in 10 Thesen zusammenfassen (siehe unten). Bevor Andreas Hefel, Präsident der SfGU, die Fachthemen vorstellte, ging er in seiner Begrüssung auf einige grundsätzliche Aspekte ein: „Die SfGU bekennt sich klar und deutlich zur konventionellen Medizin und zur medikamentösen Therapie – aber nur dort, wo es tatsächlich notwendig und ergänzend ist. In unserem Fachkurhaus Seeblick begegnen wir regelmässig Menschen, die täglich zwar 10 und mehr Medikamente einnehmen, deshalb aber keineswegs gesünder, sondern eher kränker sind. Und das kann es ja wohl nicht sein! Wenn wir den Menschen und sein Umfeld als selbstregulierendes biologisches System verstehen, dann wird jedem sofort klar, dass vielfach nur symptomatische Behandlungskonzepte, die sich fast ausschliesslich auf Medikamente, Bestrahlung und Messer beschränken, eindeutig zu kurz greifen. Manchmal kommt es mir so vor, als ob wir die Menschen ihre Häuser erst anzünden lassen, nur damit die Feuerwehr anschliessend ihren Job erledigen kann. Der Schaden, der dabei angerichtet wird, interessiert aber offenbar kaum jemanden. Der regulationsmedizinische Ansatz hingegen bezieht den Menschen und sein Umfeld als Ganzes mit ein – mit dem Ziel die Gesundheit zu erhalten oder durch die ursächliche Behandlung von Krankheiten wiederherzustellen. Schlussendlich geht es immer wieder nur darum, degenerative Einflüsse auf Mensch, Tier und Natur möglichst gering zu halten und die regenerativen Kräfte so stark wie möglich zu machen. Entscheidend ist dabei, die Balance zwischen diesen beiden Kräften immer wieder zu finden und zu halten. Das war und ist auch der Grund, warum unsere SfGU seit fast 30 Jahren nicht nur das G für Gesundheit, sondern auch das U für Umwelt in ihrem Namen trägt.“

Prof. Dr. med. Uwe Nixdorff, F.E.S.C. (CEO European Prevention Center, Düsseldorf) zum Thema: Atherosklerose und Inflammation

Kernthese Nr. 1:

Atherosklerose ist eine inflammatorische Systemerkrankung. Sie wird durch Interleukine promoviert, die häufig i.R. eines kardiometabolischen Syndroms durch viszerale Adipozyten exprimiert werden. Durch exazerbierte Inflammationsprozesse werden Plaques vulnerabel (der „vulnerable Patient“) und induzieren auf dem Boden meist noch nicht hämodynamisch relevanter Koronarwandveränderungen plötzliche Koronarsyndrome ohne Prodrome. Die Mortalität liegt > 50%.

Kernthese Nr. 2:

Die interventionelle Kardiologie ist in der Behandlung des akuten Koronarsyndroms / Myokardinfarkts unverzichtbar; bleibt aber mit der isolierten Koronarstenosenbehandlung („okulostenotischer Reflex“) der stabilen koronaren Herzkrankheit palliativ. Neue präventivkardiologische Massnahmen in Pharmakotherapie (Immuntherapie), Supplementierung und Lebensstilmodifikation sind der kausale Zugang zur Pathophysiologie.

Prof. Dr. med. Armin Zittermann (Leiter der Studienzentrale, Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen) zum Thema: Vitamin D-Mangel – Risikogruppen, Indikationen, Dosierung

Kernthese Nr. 3:

Eine unzureichende Vitamin D-Versorgung ist in Europa weit verbreitet und trägt zu Erkrankungen des Bewegungsapparates, Zahnkaries, Infektionen, Diabetes und frühzeitiger Mortalität bei.

Kernthese Nr. 4:

In der Regel reicht die tägliche Einnahme von 800-1´000 IE Vitamin D aus, um einen Vitamin D-Mangel effektiv zu verhindern.

Priv. Doz. Dr. med. Lars Bechmann MBA (Medizinische Fakultät Universitätsklinikum, Magdeburg) in Kooperation mit Dr. med. Jan Best (Oberarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg zum Thema: Die Rolle der Darmflora bei der Entstehung der nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung

Kernthese Nr. 5:

Die nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) ist eine der häufigsten chronischen Lebererkrankungen in westlichen Zivilisationen.

Kernthese Nr. 6:

Neben alimentären Faktoren bedingen zunehmend auch Umweltfaktoren und Veränderungen des Mikrobiom Entstehung und Progress der nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD).

Prof. Dr. med. habil. Ulrich Amon, (Facharzt für Dermatologie – Allergologie / Lasermedizin – operative Dermatologie, Internationales Hautarztzentrum DermAllegra, Hohenstadt) zum Thema: Akne & Rosacea: Möglichkeiten zur ganzheitlichen Behandlung

Kernthese Nr. 7:

Akne und Rosacea – beides Erkrankungen der Talgdrüsen – ähneln einander, müssen jedoch klinisch definitiv differenziert werden, da Entstehung und kausale Behandlung sehr unterschiedlich sind. Mikronährstoffe sind bei beiden Erkrankungen von grosser Bedeutung.

Kernthese Nr. 8:

Durch Einsatz der Kombination aus Vitamin D/Vitamin A (ggf. orale Vitamin A Säure), Selen, Zink und Pro/Präbiotika unter Berücksichtigung einer Nahrungsumstellung und Meidung von Schubfaktoren ist in der heutigen Zeit eine hervorragende Möglichkeit zur langfristigen Stabilisierung beider Hauterkrankungen gegeben.

Dr. med. Kurt Mosetter (Zentrum für interdisziplinäre Therapie, Konstanz) zum Thema: Die Essenz dreier Nobelpreise – DNA Reparatur, das Autophagosom und Mitochondrien sowie das Regelsystem des inneren Rhythmus

Kernthese Nr. 9:

Prozesse im Körper beinhalten viele molekularbiologischen Details und benötigen eine entsprechende tiefgreifende human-medizinische Betrachtung.

Kernthese Nr. 10:

Der Einfluss der körpereigenen Prozesse auf unseren Alltag ist weit grösser als vermutet. Umgekehrt können wir auch über unser Verhalten auf die molekularbiologischen Prozesse weit mehr Einfluss nehmen, als lange gedacht.

Die SfGU dankt den Referenten herzlich für ihre wertvollen Beiträge, den Teilnehmenden für ihren Besuch und den regen Austausch sowie dem Lilienberg Unternehmerforum für die Gastfreundschaft und die langjährige ausgezeichnete Zusammenarbeit. Die Dokumentation zum 13. Internationalen Bodenseekongress erscheint als Sonderausgabe der OrthoNews im Oktober 2018 – mit einer kompakten Zusammenfassung sämtlicher Fachvorträge, einer von der SfGU fachlich kommentierten Version der 10 Kernthesen sowie weiteren Eindrücken vom Tag in Wort und Bild. Alle Teilnehmenden erhalten die OrthoNews kostenlos per Post. Sollten Sie an mehreren Exemplaren interessiert sein, so nehmen Sie bitte Kontakt mit unserer Frau Carmen Münst auf: veranstaltungen@sfgu.ch

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