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Zusammenfassung des Tagesseminars

„Vom Zellkraftwerk zum Alleskönner“ Bio-Logische Grundlagen zu den Mitochondrien

„Mitochondriale Medizin – Grundlagen, Diagnosemethoden und zukunftsweisende Therapieformen“

Menschen bestehen aus Zellen. Sind Menschen krank, sind Zellen krank. Die Ursache liegt meistens im Energiemangel und damit bei den Mitochondrien. Wir reden von Mitochondriopathie für die meisten nichtansteckenden Chronischen Erkrankungen. Dabei steht die chronische Inflammation im Mittelpunkt des Stoffwechselgeschehens..

«Chronische Erkrankungen machen evolutionsbiologisch keinen Sinn». Mit diesen Worten wurde am 7. November im Hotel Marriott in Zürich das von der SfGU-Stiftung initiierte Tagesseminar zum Thema Mitochondrien, Zellkraftwerke als Alleskönner von Jörg Hentschel, dipl. Ing., Heilpraktiker und Mitgründer der Forschungsgruppe «Celluar restitution medicine» eingeleitet. Die meisten chronischen Erkrankungen sind auf Entzündungsprozesse und Energiemangel zurück zu führen.

Sind die Menschen krank, sind die Zellen und die Mitochondrien krank. Deshalb muss das Hauptaugenmerk bei der Behandlung – und natürlich auch Vermeidung – von chronischen Erkrankungen auf die zellulären Ebene und damit auf den Zellstoffwechsel und das Regulationssystem gerichtet sein. Schädliche Umwelteinflüsse nehmen weiter zu und verursachen Schäden an der Biomembran, den Mitochondrien und der DNA. Damit werden die Zellaktivitäten eingeschränkt und notwendige Reparatur- und Regenerationsprozesse verhindert. Es kommt zuerst zu Energiedefiziten und stillen Entzündungen, gefolgt von chronischen Erkrankungen.

Chronische Erkrankungen sind deshalb als erstarrte «Cell-Danger-Respons» zu verstehen. Der schulmedizinische Ansatz macht nun den Fehler, sich auf die Behandlung der Symptome mit hochdosierten, meistens synthetischen Einzelsubstanzen zu beschränken. Leider hat auch die Naturheilkunde in den letzten 100 Jahren den grossen Fehler gemacht, mit Naturstoffen die monokausal denkende Schulmedizin zu imitieren.

Hier muss ein Umdenken stattfinden, wenn chronische Erkrankungen vermieden oder beseitigt werden sollen. Eine ursächliche Behandlung beginnt immer auf zellulärer Ebene, d.h. die Zellen müssen vor Schädigung geschützt werden und der Zellstoffwechsel muss aktiviert werden. Dazu brauchen wir eine ganze Reihe von unterschiedlichen Mikronährstoffen, sekundären Pflanzeninhaltstoffen, Aminosäuren (spez. Arginin, Carnosin, Carnitin) und Fettsäuren (spez. Omega-3-Fettsäuren). Eine besondere Rolle spielt der Darm und die Darmflora, sind diese doch für eine optimale Aufnahme und Verwertung der Ernährung (Makro-/Mikronährstoffe) zuständig. Und genau hier müsste eigentlich jede Behandlung beginnen, da Entzündungsprozesse meistens im Darm beginnen.

Zur Behandlung und Stärkung der Darmflora sind Butyrat bildende Ballaststoffe also Präbiotikas, wie Guar, Gummi Arabicum, Inulin, beta Glucane u.a. und natürlich zusätzlich Mikronährstoffen und Probiotikas in ausreichender Dosierung zu zuführen. Anfänglich Reaktionen bei der Gabe von Ballaststoffen sind Zeichen einer unausgewogenen Darmflora und müssen mit einer einschleichenden Dosierung über mehrere Wochen vermindert werden. Andreas Scheler, Leitender Arzt vom Institut für angewandte Biochemie IABC AG, Kreuzlingen und eigener Praxis in Bottighofen, ergänzte im Anschluss die Ausführungen von Jörg Hentschel aus ganzheitsmedizinischer Sicht.

Alzheimer bezeichnete er als metabolischer Stress des Gehirns und damit als behandelbar, genauso wie Diabetes Typ 2 und andere chronisch Erkrankungen. Sein Schwerpunkt setzte er auf die Erklärung der Wirkungsweise und Bedeutung unterschiedlicher Hormone im Stoffwechsel und auf die Bedeutung einzelner Mikronährstoffen, Amino- und Fettsäuren auf den Energie- und Entgiftungsstoffwechsel. Er ging auch auf die wichtige Funktion der Sirtuine ein, das sind Enzyme, die in der Zelle den Stoffwechsel anregen, Zellschutz aufbauen und den Alterungsprozess verlangsamen. Pflanzenstoffe, wie Ginseng, Rhodiola, Safran, Ginko und andere (sog. Sirtfood) regen die Sirtuinbildung in den Zellen an. Auch Scheler unterstrich nochmals die Wichtigkeit eines einwandfreien Zusammenspiels von Darm, Darmflora, Leber und Gehirn. Bei der Behandlung wäre eine vorübergehende Verschlechterung der Symptomatik oder Müdigkeit jedoch völlig normal. Die Patienten sollten unbedingt darauf hingewiesen werden.

Frau Dr. Padia Rasch rundete am Schluss der Veranstaltung mit zwei sehr interessanten Fällen aus Ihrer Praxis im Seeblick Berlingen den lehrreichen Tag ab und zeigte auf, dass eine ursächliche Behandlung nicht ein paar Tagen, sondern je nachdem Monate beansprucht, aber durchaus sehr erfolgreich durchgeführt werden kann.

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