Mitochondriale Medizin

Mitochondriale Medizin, Darm und Stoffwechsel – wie gesundes Altern in der Praxis gestaltbar wird

Am Tagesseminar vom 6. November 2025 widmete sich die SfGU im Hotel Marriott Zürich City einem zentralen Thema der modernen Regulationsmedizin: «Mitochondriale Medizin – Schlüsselfaktor für Gesundheit und Energie».

Unter der Moderation von SfGU-Präsident Andreas Hefel zeigten Prof. Dr. Jörg Bergemann (Studiendekan Biomedical Sciences, Hochschule Albstadt-Sigmaringen) und Dr. med. Claas Hohmann (Ärztlicher Direktor Buff Medical Resort), wie eng Mitochondrien, Darm und metabolische Gesundheit verflochten sind – und wie Fachpersonen diese Achsen gezielt regulativ nutzen können.

Jörg Bergemann rückte die Mitochondrien als Schlüsselsystem des gesunden Älterwerdens – Longevity –  in den Mittelpunkt. Altern sei weniger Verschleiss als eine Regulationsfrage auf mitochondrialer Ebene: Genomstabilität, Autophagie, Entzündung und Energiestoffwechsel sind eng verschaltet. Ziel sei nicht «ewiges Leben», sondern komprimierte Morbidität – viele Jahre in funktioneller Gesundheit, wenige in Krankheit.

Anhand von Daten zeigte er, dass das EPD-Ernährungsprogramm die mitochondriale Respiration insbesondere bei Personen mit niedriger Ausgangsleistung signifikant verbessern kann. EPD erscheint damit als mitochondriales Trainings- und Entlastungsprogramm, das die Kalorienzufuhr strukturiert reduziert und ein Milieu schafft, in dem Autophagie- und Aufräumprozesse verstärkt, aber ausbalanciert ablaufen können.

In diesem Rahmen ordnete er «Mitoceuticals» wie Spermidin ein: gezielt eingesetzte Substanzen, die Autophagie und zelluläre Ordnung unterstützen. Sie entfalten ihr Potenzial dann, wenn das stoffwechsel- und ernährungsmedizinische Umfeld bereits regulativ ausgerichtet ist.

Sehr nah an der klinischen Realität waren seine Beispiele aus dem Alltag: Auch im Pflegeheim lasse sich mit gezielten Bewegungsimpulsen, angepasster Ernährung und strukturierten Ernährungsprogrammen wie EPD noch viel für die mitochondriale Resilienz tun.


Metabolom statt Mikrobiom

Claas Hohmann erweiterte den Blick um die Darm–Mitochondrien–Stoffwechsel-Achse. Mitochondrien und Darmbakterien seien, so sein Bild, «Schwestern, die sich richtig gut verstehen» – ständig im biochemischen Austausch.

Entscheidend sei weniger das Mikrobiom im engeren Sinn als das Metabolom: die Stoffwechselprodukte der Bakterien. Fäulnis- und Gärprodukte, sekundäre Gallensäuren, Ammoniak, LPS und TMAO treiben Low-grade-Inflammation und mitochondrialen Stress; kurzkettige Fettsäuren wie Butyrat, Propionat und Acetat, Urolithin A, Polyamine und bakterielle B-Vitamine stärken dagegen Barriere, Milieu und Mitochondrienfunktion.

Ergänzt wurde diese Perspektive durch ein modernes Verständnis des Laktatshuttles: Laktat als Energie- und Informationscarrier zwischen Muskeln, Herz, Gehirn und Mitochondrien – ein metabolisches Netzwerk, das nur in einem gut trainierten, mikronährstoffversorgten System optimal funktioniert.

Orchester statt Einzelstimme

Andreas Hefel machte als Moderator deutlich, dass es in der SfGU nicht um isolierte «Wundermittel» geht, sondern um das Zusammenspiel von Diagnostik, Lebensstil, Makro- und Mikronährstoffsystemen, Darm- und Milieutherapie. Eine einzelne Massnahme sei wie eine Geige – erst im Orchester entstehe Wirkung.

Für Ärzte, Therapeuten, Apotheker und Drogisten ergab sich aus diesem Tag ein klarer roter Faden: Longevity – gesundes Älterwerden – ist gestaltbar, wenn Mitochondrien, Darm und Stoffwechsel als funktionelle Einheit betrachtet werden – und wenn funktionelle Diagnostik als Kompass für regulative Therapiewege dient.

Ausblick 2026 – Save the date

  • 26. März 2026: Tagesseminar Darm – Vertiefung der Darm–Mikrobiom–Stoffwechsel-Achse
  • 28. Mai 2026: Tagesseminar Frauengesundheit
  • 5. November 2026: Tagesseminar Circadianer Rhythmus & Schlaf
  • Höhepunkt des Jahres ist der 20. Internationale Bodenseekongress am 12. September 2026.

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Stoffwechsel verstehen – funktionell diagnostizieren, individuell handeln

Das Tagesseminar der Stiftung für Gesundheit und Umwelt am 8. Mai 2025 im Hotel Marriott Zürich bot einen fundierten Einblick in die Möglichkeiten der funktionellen Medizin und Analytik. Im Zentrum standen Konzepte zur Interpretation biochemischer Zusammenhänge, die praxisnahes Denken und individualisierte Gesundheitskonzepte ermöglichen. Besonders der funktionelle Blick auf den Stoffwechsel, ergänzt durch moderne Laboranalytik und konkrete Fallbeispiele, eröffnete neue Perspektiven für Prävention und Therapie.

Dr. med. Michael Wagener, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Pharmazeutische Medizin, eröffnete das Seminar mit einem engagierten Plädoyer für eine integrative Medizin, die den Menschen ganzheitlich sieht – in seiner biologischen, sozialen und emotionalen Wirklichkeit. Die funktionelle Medizin versteht den Körper als offenes System in ständiger Wechselwirkung mit seiner Umwelt.

Statt linearer Ursache-Wirkungsmodelle geht es um vernetzte Prozesse: Ernährung, Mikronährstoffstatus, Mikrobiom, Hormone, Schlaf und Umweltfaktoren greifen ineinander. Entscheidend ist, individuell zu denken und die Selbstregulation gezielt zu unterstützen – durch präzise Diagnostik und personalisierte Interventionen. Ein zentrales Thema war auch die Bedeutung psychosozialer Einflüsse. Viele Beschwerden wurzeln in Einsamkeit, Stress oder ungelösten Konflikten.

Hier braucht es Zeit, Zuwendung und ein echtes Interesse am Lebenskontext der Patienten. Die Medizin der Zukunft, so Wagener, sei integrativ: interdisziplinär, empathisch und wissenschaftlich fundiert – offen für neue Evidenz, für Zusammenarbeit und für die Regulationskraft des Körpers.

Organische Säuren: Das Fenster zur zellulären Regulation

Dr. rer. nat. Dietmar Bäzold (Dipl.-Chemiker, Senior Scientist IABC AG) stellte in seinem Vortrag die Urinanalytik organischer Säuren als zentrale analytische Methode in der funktionellen Medizin vor. Diese Zwischenprodukte biochemischer Reaktionen erlauben differenzierte Einblicke z.B. in den Energie-, Fett-, Aminosäure- und Entgiftungsstoffwechsel – oft lange bevor pathologische Blutwerte auftreten.

Anhand spezifischer Marker lassen sich Mikronährstoffmängel, Enzymstörungen und Regulationsdefizite identifizieren. Diese funktionellen Informationen bilden die Basis für gezielte, individuell abgestimmte Interventionen. Der Citratzyklus – das «Herzstück» der Energiegewinnung – stand im Fokus von Bäzolds Ausführungen. Blockaden in diesem Kreislauf lassen sich funktionell messen und durch bedarfsgerechte Supplementierung regulativ begleiten. Die organische Säureanalytik erweitert die klassische Blutdiagnostik um funktionelle Aspekte.

Durch die Kombination von Laborwerten, systematischen Auswertungen und begleitenden Fragebögen ergibt sich ein ganzheitliches Bild des Gesundheitszustands – fachlich fundiert und gut nachvollziehbar.

Vom Messwert zur Massnahme: Fallbeispiele aus der Praxis

Im dritten Teil des Seminars zeigten Dr. Bäzold und Andreas Hefel (Präsident der Stiftung für Gesundheit und Umwelt, SfGU), wie funktionelle Urinanalytik in der Praxis wirkt. Drei Fallanalysen – ein Patient mit oxidativem Stress, eine Frau mit Insulinresistenz und eine Patientin mit multiplen Störungen – machten deutlich: Durch die organische Säureanalytik werden systemische Zusammenhänge sichtbar – etwa zwischen Stressbelastung, Entgiftungskapazität, Mikronährstoffstatus und Energiehaushalt. Die daraus abgeleiteten Therapiekonzepte sind individuell abgestimmt: Sie umfassen eine bedarfsgerechte Mikronährstoffversorgung, alltagsnahe Ernährungs- und Bewegungsstrategien sowie die motivierende Rückmeldung über den persönlichen Verlauf.

Fazit: Das Tagesseminar zeigte eindrucksvoll, wie funktionelle Medizin, moderne Laboranalytik und menschliche Zuwendung zusammenwirken können. Die vorgestellten Konzepte ermöglichen präzise Einblicke in funktionelle Zusammenhänge, nachvollziehbare Handlungsempfehlungen und alltagsnahe Umsetzungsmöglichkeiten.

Die zentrale Botschaft: Wer den Stoffwechsel versteht, kann Gesundheit gestalten.

Tagesseminar «Longevity – Mikronährstoffe und Zellgesundheit im Fokus»

Die Stiftung für Gesundheit und Umwelt (SfGU) lud am 27. März 2025 zu einem ganztägigen Fachseminar ins Hotel Marriott Zürich.

Unter dem Leitthema «Longevity – Mikronährstoffe und Zellgesundheit im Fokus» kamen rund 70 Teilnehmende aus Medizin, Therapie und Beratung zusammen. Die Fachtagung war ausgebucht und wurde von SfGU-Präsident Andreas Hefel moderiert.

Im Zentrum standen vier hochaktuelle Vorträge zweier renommierter Referenten: Prof. Dr. habil. Dr. med. Claus Muss, PhD und Prof. Dr. rer. nat. Stefan W. Hockertz beleuchteten zentrale Grundlagen und praktische Anwendungen der Longevity-Medizin – von der zellulären Energieproduktion über die Rolle der Mitochondrien bis hin zu personalisierten Strategien und innovativen Trainingsmethoden wie IHHT.

Individuell zugeschnittene Strategien

Prof. Dr. habil. Dr. med. Claus Muss eröffnete das Tagesseminar mit einer Einführung in die naturwissenschaftlichen Grundlagen der Longevity-Medizin. Altern, so Muss, sei kein festgelegter Verlauf, sondern ein beeinflussbarer Prozess. Eine zentrale Rolle spiele dabei die Longevity-Pyramide, bestehend aus Lebensstil, moderner Diagnostik und gezielter Supplementierung.

Im zweiten Vortrag rückte er die Personalisierung als Schlüssel zu gesundem Altern in den Fokus. Er zeigte auf, wie Mikrobiomanalysen, mitochondriale Parameter und hormonelle Marker wie Melatonin zur Entwicklung individuell zugeschnittener Strategien beitragen. Substanzen wie Spermidin, Curcumin und Resveratrol wurden im Kontext der aktuellen Evidenz diskutiert – stets mit dem Ziel, wirksame und personalisierte Interventionen zu ermöglichen.

Energie verstehen – Energie nutzen: PNI und IHHT in der Praxis

Prof. Dr. rer. nat. Stefan W. Hockertz widmete sich am Nachmittag dem Zusammenspiel von Energie, Immunsystem und mentaler Gesundheit. Auf Basis der Psychoneuroimmunologie (PNI) beschrieb er, wie chronischer Stress, emotionale Belastungen oder Infektionen die Mitochondrien schwächen – mit weitreichenden Folgen für kognitive Leistungsfähigkeit, Immunstatus und Zellregeneration.

Im Anschluss stellte Hockertz das Intervall-Hypoxie-/Hyperoxie-Training (IHHT) als innovatives Verfahren zur Stärkung der Mitochondrien vor. Durch gezielte Atemreize lässt sich die Energieproduktion der Zellen signifikant steigern – mit positiven Effekten z.B. bei Fatigue, Post-COVID, Stress und Burnout. Die Methode wird in der Schweiz unter anderem von der Lungenliga Bern eingesetzt.

Tipp: Ein SALUSMED-Talk mit Prof. Hockertz zum Thema „Energie beginnt in der Zelle“ wurde bereits vor dem Tagesseminar aufgezeichnet und ist in der SALUSMED-Mediathek verfügbar:

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Weitere Informationen

Fazit: Zellgesundheit braucht System

Das Tagesseminar hat deutlich gemacht: Wer Longevity-Medizin ernst nimmt, muss den menschlichen Organismus als dynamisches System begreifen – und nicht in isolierten Einzelteilen denken. Andreas Hefel, betonte abschliessend zwei Schlüsselfaktoren, die häufig unterschätzt werden: Erstens, die Bedeutung von Präbiotika und ballaststoffreicher Ernährung als Grundlage für ein gesundes Mikrobiom – ein zentrales Thema in Claus Muss’ Vortrag.

Zweitens, die Notwendigkeit, Mikronährstoffe nicht einzeln, sondern im funktionellen Zusammenspiel einzusetzen – analog zu einem fein abgestimmten Uhrwerk. Nur wenn alle Zahnräder des Körpers – Psyche, Nervensystem, Immunsystem – miteinander harmonieren, kann echte Regeneration gelingen.

Mit seinem ganzheitlichen Ansatz war das Seminar ein starkes Plädoyer für mehr Systemdenken in der Prävention – und für eine Medizin, die Körper, Geist und Seele gemeinsam in den Blick nimmt.

Tagesseminar «Psychoneuroimmunologie von Stress und Gesundheit»

Am 16. Internationalen Bodenseekongress im Jahr September 2022 gewährte Ass. Prof. Dr. rer. nat. Alexander Karabatsiakis (Institut für Psychologie der Universität Innsbruck) Einblicke in die psychoneuroimmunologische Biomarker-Forschung. Dabei vertrat er die These, dass die Erforschung psychiatrischer Erkrankungen wie der Depression von der systemischen Betrachtung gesamtkörperlicher Veränderungen profitiert, statt sich primär auf das zentrale Nervensystem zu fokussieren.

Die Psychoneuroimmunologie kann hierfür sehr wertvolle Erkenntnisse liefern, auch für eine ganzheitliche Perspektive auf die gesundheitlichen Konsequenzen der Depression. An einem Tagesseminar der SfGU, das am 14. März 2024 im Hotel Marriott in Zürich stattgefunden hat, wurde das Konzept der klinischen, d.h. angewandten Psychoneuroimmunologie (kPNI) weiter vertieft. Dieser interdisziplinäre Ansatz definiert den Begriff Gesundheit neu, indem er Psychologie, Neurologie, Immunologie, Endokrinologie, Soziologie und Bewegungswissenschaften integriert.

Einfluss auf das Verhalten

Aus dieser fachlichen Perspektive ging Tom Fox, Heilpraktiker, Sportwissenschaftler und Therapeut für kPNI, darauf ein, wie Stress und das Immunsystem unser Verhalten beeinflussen. So löst nicht nur eine Immunreaktion, sondern auch eine chronische Erkrankung Krankheitsverhalten aus, das der erfolgreichen Abwehr und der Verteilung von Energie dient.

Chronischer Stress und eine chronisch-niedriggradige Entzündung können die Entscheidungsfähigkeit und den Hirnstoffwechsel beeinflussen sowie ggf. Depressionen auslösen und verstärken. Fox betonte, dass sich unter Stress und Immunaktivität die Entscheidungsfähigkeit verändert.

Die Wissenschaftlerin Dr. Karin de Punder (Institut für Psychologie der Universität Innsbruck) zeigte auf, wie sich frühe Stresserfahrungen, z.B. durch Missbrauch und Vernachlässigung, auswirken. Demnach stellen Traumata in der Kindheit einen wichtigen Risikofaktor für die Entwicklung psychischer Störungen im späteren Leben.

Anhand von Studien verdeutlichte sie dies am Beispiel von neurobiologischen und immunologischen Veränderungen. In einem weiteren Vortrag ging de Punder der Frage nach, wie chronischer / früher Lebensstress das Immunsystem schneller altern lässt. Im Fokus stehen dabei zwei biologische Systeme, die die zelluläre Alterung stark beeinflussen – Telomere und Mitochondrien. Während sich Stresshormone, oxidativer Stress sowie inflammatorische Mediatoren negativ auf die Telomerlänge und die Telomerase-Aktivität auswirken, ist die mediterrane Ernährung mit einer längeren Telomerlänge verbunden.

Erhöhter Energiebedarf

Als weiteren Ansatzpunkt für Interventionen nannte die Referentin die Mitochondrien. So gehen z.B. Depressionen mit einer Abnahme der Mitochondrienfunktion einher. Studien zeigen, dass z.B. eine Elektrokonvulsionstherapie (EKT) sich positiv auf die mitochondriale Atmung auswirken.

Der abschliessende Vortrag von Tom Fox baute darauf auf. Er erläuterte verschiedene Lebensstilinterventionen nach kPNI, wie z.B. Kälte und Bewegung, Hitze sowie weniger häufiges Essen.

Aus Sicht der SfGU kommentiert ihr Präsident Andreas Hefel die Inhalte: «Kann der erhöhte Energiebedarf aufgrund von Stress nicht durch eine ausreichende Aktivität der Mitochondrien gedeckt werden, kommt es zu Erschöpfungszuständen – zum Beispiel im Gehirn, gefolgt von Depression, was eine Folge von Trauma sein kann. Stressbelastungen betreffen uns alle und nicht nur eine Minderheit der Bevölkerung.

Seit 2020 haben Stress und psychische Probleme weltweit zugenommen. Die starke Zunahme der Suizidversuche von Jugendlichen verdeutlicht, wie gross die Herausforderung und wie dramatisch die momentane Situation sich darstellt. Es besteht also dringender Handlungsbedarf!» (JÜK)

Tagesseminar «Autophagie – Reparatur – Regeneration»

Dem Thema «Autophagie – Reparatur – Regeneration» war das Tagesseminar der Stiftung für Gesundheit (SfGU) gewidmet, das am 2. November 2023 im Marriott Hotel in Zürich stattfand. Was bereits am 17. Internationalen Bodenseekongress im vergangenen September auf grosses Interesse stiess, wurde damit weiter vertieft.

Dazu gab Prof. Dr. Jörg Bergemann, Studiendekan des Masterstudiengangs Biomedical Sciences an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen, einen umfassenden Einblick in wissenschaftliche Arbeiten, die in den vergangenen Jahren von einem Forscherteam unter seiner Leitung durchgeführt worden sind. Im Fokus stand dabei die Frage, welche Effekte eine Kalorienreduktion auf die zelleigene Reparatur, die mitochondrialen Funktionen und die zelleigene Müllabfuhr, die sog. «Autophagie», hat.

Bereits 2020 konnte in mehreren Veröffentlichungen gezeigt werden, dass durch eine F.X.-Mayr-Fastentherapie zentrale Funktionen menschlicher Zellen positiv beeinflusst werden können, wie z.B. die Reparatur von Zellen. Wie wichtig es für den Erhalt der Gesundheit ist, solche Prozesse zu stimulieren, verdeutlichte Bergemann: «In all unseren Zellen treten täglich mehrere 10’000 DNA-Schäden auf. Wenn diese nicht repariert werden, kann das zu schweren Funktionsverlusten und Krankheiten führen.» Ebenso konnte aufgezeigt werden, dass diese Form des Fastens auch lebenswichtige Funktionen der Mitochondrien anregt.

«Autophagie» in Balance bringen

Mit dem Thema «Autophagie» – einer Art Recycling, bei der die Zelle alten Ballast wiederverwertet – beschäftigte sich eine Studie, die im Frühjahr 2023 mit dem EPD®-Ernährungsprogramm durchgeführt wurde.

Mit nur 800 bis 1000 kcal pro Tag handelt es sich dabei eine klinisch erprobte Stoffwechseltherapie, die auf kalorienreduzierten und genau bilanzierten Mahlzeiten beruht. Bei den 12 Probanden war zu erkennen, dass diese 7-tägige Kur ausgleichend auf die «Autophagie» wirkt:

«Fasst man diesen komplexen Prozess zusammen, dann geht es um das Gleichgewicht, um einen konstant guten Level zwischen auf- und abbauenden Faktoren in unseren Zellen. Für den geregelten Ablauf der zellulären Funktionen ist das von herausragender Bedeutung», so Bergemann. Bei den vorläufigen Ergebnissen zum EPD®-Ernährungsprogramm zeigte sich, «dass es bei zu niedrigen Werten zu einem Anstieg in den Normalbereich kommt – umgekehrt sinken die Werte, die zu Beginn über dem Normalwert lagen».

Eine Kalorienreduktion im Rahmen spezieller Ernährungsprogramme kann ihm zufolge wesentlich dazu dienen, eine dysregulierte «Autophagie» wieder in Balance zu bringen. «Zusätzlich konnten wir bei fast allen Probanden der EPD®-Studie auch einen Anstieg der mitochondrialen Funktion finden, was sehr erstaunlich ist», erklärt er weiter.

Aufgrund der «vielversprechenden Ergebnisse» ist eine weitere Untersuchung zu dieser Stoffwechseltherapie geplant. Mit solchen Forschungsarbeiten wollen die Wissenschaftler der Hochschule Albstadt-Sigmaringen das Bewusstsein dafür schärfen, dass jeder mit vergleichsweise einfachen Mitteln etwas für seine Gesundheit tun kann. «Wenn man berücksichtigt, wie viele positive Effekte eine Kalorienreduktion auf die zelleigene Müllabfuhr und die mitochondrialen Funktionen hat, ist das doch ein wichtiger zusätzlicher Anreiz für eine Fastenkur», sagt Jörg Bergemann. Deshalb stelle die «Autophagie» ein wesentliches Gesunderhaltungsprogramm dar.

Den Bedarf an Mikronähstoffen decken

Diese Selbstreinigung der Zellen kann durch bestimmte Wirkstoffe, wie z.B. Spermidin, unterstützt und beschleunigt werden. Wie Dr. Dietmar Bäzold (Dipl.-Chemiker und Senior Scientist am Institut für angewandte Biochemie IABC) erläuterte, zählen dazu neben diesem Polyamin z.B. auch Resveratrol, Quercitin sowie Kaffee.

In diesem Zusammenhang ging er auch darauf ein, dass die «Autophagie» immer ablaufe, allerdings in unterschiedlicher Intensität: «Die basale ‘Autophagie’ entspricht dem täglichen Putzen, die induzierte dem grossen Hausputz.» Eine verstärkte «Autophagie» verbessere die Zellregeneration, die mitochondriale Regeneration und stabilisiere das Immunsystem.

Als weitere Beschleuniger nannte Bäzold auch die Hypoxie, Muskeltraining sowie Hitze. Werde die «Autophagie» induziert, komme es auf die Balance an: «Der Körper muss zur Regulation befähigt, d.h. der Bedarf an Mikronährstoffen sollte gedeckt sein. Damit wird die Energiegewinnung in den Mitochondrien optimiert.» Dagegen wirkten sich Entzündungen (systemisch und akut), seneszente Zellen (altersbedingt degenerierte Zellen) sowie ein unzureichender Mikronährstoffstatus (B-Vitamine) störend auf diesen Selbstreinigungsprozess der Zellen aus.

Für das Jahr 2024 plant die SfGU im Marriott Hotel Zürich wieder drei Tagesseminare zu spannenden Themen: «Das erschöpfte Gehirn» am 31. Oktober 2024 mit PD Dr. med. Michael Nehls und Dr. Diana Henz. Weitere Veranstaltungen werden sich mit den Schwerpunkten Psychoneuroimmunologie und Labordiagnostik (14. März, 16. Mai 2024) beschäftigen. Weitere Informationen folgen.

Autoimmunerkrankungen – Fachleute verbreiten Hoffnung und Zuversicht

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Auf einer fachlich sehr fundierten Basis verbreitete Prof. Dr. med. habil. Ulrich Amon (Internationales Hautarztzentrum DermAllegra) Hoffnung und Zuversicht, dass «bei der ganz grossen Mehrheit der betroffenen Patienten mindestens eine sehr gute Stabilisierung, bei manchen Krankheitsbildern nach unserer Erfahrung auch ein langjähriger Stillstand (Heilung?)» erreicht werden kann.

Dies motiviere Ärzte und Patienten gleichermassen und schlage einen völlig anderen Weg ein als die „konventionelle Medizin“ einer rein symptomorientierten Behandlung.

Im Zentrum steht dabei die Einbettung des „Coimbra-Protokoll“ (CP) unter Berücksichtigung allgemeiner und individueller Co-Faktoren der Mikronährstofftherapie (z.B. Magnesium, Vitamin K2, Vitamin A, usw.), antientzündlicher Ernährung, Lebensstiländerungen sowie Berücksichtigung auch des Darmmikrobioms.

Dies führe schliesslich zu einem sehr individualisierten Behandlungskonzept, ähnlich einem Schlüssel-Schloss-Prinzip. 

In diesem Zusammenhang ging Amon auch auf die grosse Bedeutung eines regulationsfähigen Stoffwechsels ein, was über die Herzratenvariabilität (HRV) gemessen werden kann.

Dietmar Bäzold, Dipl.-Chemiker und Senior Scientist am Institut für angewandte Biochemie (IABC), erläuterte, welche Rückschlüsse aus den im Urin gemessenen organischen Säuren gezogen werden können. Organische Säuren sind Zwischen- und Abbauprodukte der menschlichen Stoffwechselprozesse. Die Analyse kann eine wertvolle Hilfe zur unterstützenden ernährungsmedizinischen Behandlung bei Erkrankungen, wie z.B. Autoimmunerkrankungen, sein und gibt einen Hinweis über den Tagesbedarf an Mikronährstoffen.

Andreas Hefel, Präsident der SfGU, schloss das Tagesseminar mit einer Zusammenfassung: „Autoimmunerkrankungen nehmen in den Industrie- und Schwellenländern extrem zu. An allen nichtansteckenden chronischen Erkrankungen sind sie direkt oder indirekt beteiligt. Das liegt aber nicht an unseren Genen, da diese sich nicht ohne weiteres verändern lassen, sondern eher an der Epigenetik und damit an unserem Lebensstil. Anfänglich treten unspezifische Symptome auf, wie z.B. Müdigkeit, Depression, erhöhte Infektneigung, Reizdarmsyndrom, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und andere.

Autoimmunerkrankungen nehmen in den Industrie- und Schwellenländern extrem zu.

Mit einer geeigneten Diagnostik (Blut, Urin, HRV) können Dysbalancen im Stoffwechsel ermittelt werden. Eine ursächliche Behandlung führt nachweislich und messbar zu nachhaltigen Erfolgen – die Beseitigung von Nährstoff- und Mikronährstoffdefiziten, der Neuaufbau der Darmflora, die Unterstützung der Lebertätigkeit und Entgiftung, Stressmanagement sowie gleichzeitig die Reduktion von Schadstoffbelastungen. Diese Behandlungsweise erfordert viel Fachwissen vom Therapeuten, die Bereitschaft auch interdisziplinär zu arbeiten und vom Patienten die notwendige Motivation und Ausdauer.“ (JUK)

Tagesseminar «Ohne Energie ist alles nichts!»

Der 16. Internationale Bodenseekongress für Regulations- und Moderne Orthomolekulare Medizin, der im September 2022 stattgefunden hat, markierte in mehrfacher Hinsicht einen Paradigmenwechsel. Im Zentrum stand dabei die Energiebereitstellung in den Mitochondrien, um im Gleichgewicht und damit gesund zu sein. Dabei steht der Mensch als selbstregulierendes biologisches System im Mittelpunkt. Mit dem Tagesseminar «Ohne Energie ist alles nichts – zentrale Stoffwechselprozesse im menschlichen Organismus» griff die Stiftung für Gesundheit und Umwelt (SfGU) dieses Schlüsselthema erneut auf und vertiefte am Donnerstag, 11. Mai 2023, im Hotel Marriott einzelne Aspekte. An dieser Fachveranstaltung referierten Dr. med. Kurt Mosetter und Dr. rer. nat. Dietmar Bäzold (Dipl.-Chemiker und Senior Scientist am Institut für angewandte Biochemie IABC).

Regeneration und Leistung optimieren

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Mosetter bezog sich in seinen Ausführungen u.a. auf Dr. med. Werner Reutter, der als Professor für Biochemie und Molekularbiologie von 1990 bis 2010 das Wissensfundament um den Energie- und Zucker-Stoffwechsel prägte.

Der Heilpraktiker und Arzt ging in diesem Zusammenhang auf die Energiekraftwerke aller Zellen, auf die Mitochondrien sowie die physiologischen Spielregeln des Energiehaushalts in der Leber-Gehirn-Achse ein, die dabei zentrale Schnittstellen bilden.

Zucker, Fruchtzucker, kurzkettige Kohlenhydrate und Transfette sind inzwischen zweifelsfrei als die grössten Feinde des Mikrobioms, der Mitochondrien und des Bindegewebes ausgemacht. Unphysiologische Zuckerüberfrachtungen führen dazu, dass Zucker mit Proteinen «anbrennt» und erhöhte Produktionen von AGE’s (im Tandem mit freien Radikalen) eine gesunde Proteinsynthese aushebeln. Dabei sinken die Spiegel von Glycin, Prolin, Lysin, Glutamin, GABA, und Acetylcholin.

Hyperglykämien konnten als Grundursache von Energiemangel, metabolischer Acidose, oxidativem Stress, hoher Harnsäure, Ammoniak- und CK-Belas­tungen, ebenso wie von Muskel- Faszien, Bänder- und Knochenverletzungen ausgemacht werden. Leistungs- und Regenerationsoptimierung lässt sich über die Integration des aktuellen Wissensfundus zum Mikrobiom, Energie-Stoffwechsel, Darm-Leber-­Mitochondrien- und Gehirn-Achse erreichen. Die zentralen Bereiche sind dabei intelligente Ernährungsmedizin, Foodfactors & Supplements. Über die Stärkung des Energiestoffwechsels, im Besonderen der Drehscheiben des ATP-Stoffwechsels, der Mitochondrien mit SCFAs, MCT’s, Coenzym Q10, NADH, Kreatin, Ribose und Galactose, können die Kommunikations- und Neurotransmittersysteme des Energiestoffwechsels, die Prozesse der Regeneration und Reparatur, die Protein- und Fasziensynthese, die regelrechte Autophagie, das massgeschneiderte Recycling und die Neusynthese angekurbelt werden.

Diagnostik der organischen Säuren

Aus wissenschaftlicher Sicht beschäftigte sich Dietmar Bäzold mit den Mitochondrien und der Messung der organischen Säuren. Der Schlüssel für mehr Energie liegt im Energiestoffwechsel, genauer gesagt im Erkennen und Beheben von Blockaden und Stauungen.

Eine einfach zu handhabende Labordiagnostik macht den Weg frei – das Messen von Zwischen- und Abbauprodukten biochemischer Prozesse im Morgenurin, der organischen Säuren. Gegenüber der konventionellen Diagnostik eröffnet die Untersuchung der organischen Säuren im Urin Optionen – insbesondere mit Blick auf den Energiestoffwechsel. Mit nur einer Probenentnahme kann man sich einen fundierten Einblick in das Stoffwechselgeschehen eines Menschen verschaffen und bekommt viele Hinweise, die den Aufbau eines sinnvollen Therapiekonzeptes ermöglichen. Im menschlichen Stoffwechsel spielen organische Säuren eine grosse Rolle – als Zwischen- und Abbauprodukte der biochemischen Prozesse in den Zellen und deren Zellkraftwerken, den Mitochondrien.

Sie geben einen Einblick darüber, wie die mit der Nahrung aufgenommenen Makronährstoffe (Kohlenhydrate, Fett, Eiweisse) mit Hilfe von Enzymen in Energie (ATP) umgewandelt werden. Damit die Enzyme gebildet und richtig arbeiten können, benötigt es eine ausreichende Menge an Mikronährstoffen (Vitamine, Spurenelemente, Aminosäuren) als Cofaktoren für die biochemischen Prozesse. Fehlen diese Mikronährstoffe oder arbeiten die Enzyme nicht richtig, kommt es zur Anreicherung von Zwischenprodukten, welche im Urin nachgewiesen werden können. Die Messung einer Reihe von organischen Säuren im Urin gibt wichtige Hinweise über einen möglichen Mangel an Mikronährstoffen und damit über zusammenhängende Störungen des zellulären Stoffwechsels zur Energiegewinnung. Werden die Abbauprodukte von Neurotransmittern im Urin gemessen, erhält man auch einen Einblick in Störungen des Stresshormon-Haushaltes.

Das nächste Tagesseminar der SfGU findet statt am Donnerstag, 2. November, zum Thema «Autophagie und Regeneration». Es referieren Prof. Dr. Jörg Bergemann, Studiendekan Biomedical Sciences, an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen und Dr. Dietmar Bäzold.

Der grosse Unterschied –
Gesundheit von Mann und Frau

Während die soziale und psychologische Geschlechtsidentität von Mann und Frau insbesondere im Genderzeitalter einem stetigen kulturellen Wandel unterliegt, zeigt der Körper nach wie vor das biologische Geschlecht als Mann und Frau (davon ausgenommen sind die 0,007 % der Neugeborenen, die als intergeschlechtliche Personen auf die Welt kommen).

Während die Gleichstellung der Geschlechter seit 1981 in der Schweizerischen Bundesverfassung verankert ist, verlangt die Gesundheit einen differenzierten Blick auf Mann und Frau. Dass auf diesem Gebiet sehr grosser Handlungsbedarf besteht, wurde deutlich am Tagesseminar der Stiftung für Gesundheit und Umwelt (SfGU) «Der grosse Unterschied – Gesundheit von Mann und Frau. Funktionelle Diagnose und Mikronährstofftherapie in der geschlechtsspezifischen Medizin».

Wie der Regulationsmediziner Dr. med. Simon Feldhaus betonte, ist «Gendermedizin wichtig und führt zu relevanten Auswirkungen auf die Behandlung von Patienten».

Dabei wies er auf die Notwendigkeit hin, neben dem biologischen Geschlecht die individuellen Unterschiede zwischen verschiedenen Menschen zwingend zu beachten.

Dies ist eine der vier Grundregeln der hippokratischen Medizin – neben der Unterstützung der selbstheilenden Natur sowie den Prinzipien «Alles zur rechten Zeit und im rechten Mass» sowie «Nützen oder wenigstens nicht schaden!».

Insbesondere bei der Therapie werden die Unterschiede sehr deutlich. Feldhaus zufolge werden klinische Studien grösstenteils ausschliesslich mit Männern mittleren Alters durchgeführt und wissenschaftliche Erkenntnisse ohne Überprüfung auf Frauen übertragen. Dabei reagieren Frauen z.B. auf Medikamente nicht einfach wie «zierliche Männer». Die Wirkungen und Nebenwirkungen können bei Frauen völlig anders ausfallen.

Renée Lohbusch, Health Coach & Expertin für Mikronährstoffe bei Kinderwunsch, führte anhand ihrer Masterarbeit vor Augen, welchen Einfluss eine bedarfsgerechte Versorgung mit Mikronährstoffen auf 43 Paare mit Kinderwunsch hat.

Bei unerfülltem Kinderwunsch können körpereigene Regulationssysteme aufgrund fehlender Mikronährstoffe aus dem Gleichgewicht sein. Ein gestresster Orga­nismus lässt möglicherweise eine Schwangerschaft nicht zu. Ei- oder Spermienqualität können vermindert sein, die Hormone nicht im Gleichgewicht.

Nach Gabe der individualisierten Mikronährstoffrezepturen haben sich nach 36 Wochen bei den Probanden die Schilddrüse und das vegetative Nervensystem (VNS) signifikant reguliert und die Mikronährstoffspiegel sind deutlich angestiegen. Damit einhergehend hat sich das subjektive Empfinden deut­lich verbessert. Im Anschluss an die Mikronährstofftherapie stellte sich bei den Paaren aus dieser Studie eine erfolgreiche Schwangerschaft ein.

Andreas Hefel, Präsident der SfGU, appellierte für eine starke Basis der Gesundheit. So legt er Paaren mit Kinderwunsch ans Herz, den Mikronährstoffstatus vor Eintritt der Schwangerschaft individuell erheben zu lassen, denn: „Sind die Voraussetzungen nicht gegeben, dass der Körper die lebenswichtigen Botenstoffe ausreichend selbst produziert, dann können auch die biochemischen Prozesse nicht störungsfrei ablaufen.

“Lasse eine Schwangerschaft auf sich warten, schaffe die bedarfsgerechte Versorgung mit Mikronährstoffen bei Paaren – also von Frau UND Mann – eine biochemische Ausgangsbasis, die bereits zum gewünschten Ziel führen könne. (Text: JÜK)

Wirkung von EMS im 5G-Bereich auf Gehirn, Immunsystem und kognitive Funktionen.

Grundlagenforschung, Prävention und Therapieansätze.

Einem brisanten und hochaktuellen Thema war das Tagesseminar der Stiftung für Gesundheit und Umwelt (SfGU) gewidmet, das am 10. November 2022 im Hotel Marriott in Zürich stattgefunden hat – dem Einfluss von elektromagnetischen Feldern (EMF) im 5G-Bereich auf die Gehirnaktivität, das Immunsystem und die mitochondriale Bioenergetik.

Im Fokus standen dabei u.a. die Resultate einer experimentellen Laborstudie, die im Auftrag der SfGU durchgeführt wurde. Aus erster Hand erfuhren die Tagungsteilnehmer von den leitenden Wissenschaftlern – der Kognitions- und Neurowissenschaftlerin Dr. Diana Henz sowie dem Umweltmediziner Dr. med. Kurt Müller – wie sich ein halbstündiges Telefonat im 5G-Netz der Deutschen Telekom mit dem iPhone 12 auswirkt und wie Nutzer sich wirksam davor schützen können.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass bei insgesamt 16 Probanden eine sehr starke allgemeine Stressaktivierung in den temporalen und okzipitalen Arealen des Gehirns festgestellt werden konnte. Ebenso war zu sehen, dass die 5G-Strahlung sehr tief in das Gehirn eindringt und auch das limbische System erreicht. Darüber hinaus konnten mit dem iPhone 12 erstmals Effekte gemessen werden, die bei den Vorgängermodellen nicht zu beobachten waren – eine Beteiligung der Zirbeldrüse sowie des Hypothalamus. Ein 30-minütiges Telefongespräch im 5G-Netz reichte bereits aus, um die mitochondriale Reserveatmungskapazität um mehr als die Hälfte zu reduzieren und eine Immunreaktion auszulösen.

Dr. med. Kurt Müller ging in diesem Zusammenhang darauf ein, „dass die Entwicklung einer sich rasch ändernden Umwelt mit ständiger Bioverfügbarkeit von Stoffen und elektromagnetischen Feldern, die es früher nicht gab, dazu geführt hat, dass bisher nicht in diesem Umfang beobachtete Trends der Immunreaktionen ausgelöst werden. Das Immunsystem unterscheidet fremd und vertraut nicht mehr mit gleicher Zuverlässigkeit.“ Die von den Infektionen her bekannte Kaskade von Stickstoffmonoxid, Superoxid, Peroxinitrit, oxidativem Stress sowie der Aktivierung von NF-kB mit einer zeitlich folgenden erhöhten Freisetzung proinflammatorischer Zytokine werde auch durch EMF ausgelöst. Schon früh erkannt worden sei die zentrale Bedeutung von Interleukin (IL)-1. 5G sei dabei keine Ausnahme. „Es konnte eine pathologisch erhöhte Freisetzung der proinflammatorischen Zytokine IL-1ß und TNF-α im Untersuchungszeitraum von zwei Stunden nachgewiesen werden. Ihre Expression kommt als Verursacher von `silent inflammation´ ebenso in Betracht wie als Verursacher der Störung der neuroendokrinen Stressachse“, erläuterte Müller.

Dr. Diana Henz bezeichnete diese Resultate als „alarmierend“: „Das hat uns aufhorchen lassen – vor allem wenn man an Personen denkt, die täglich für längere Zeit mit dem Smartphone telefonieren.“ Mit dieser wissenschaftlich publizierten Studie* wurden nicht nur Risiken durch 5G erforscht, sondern auch die Wirksamkeit einer Entstörungs-Technologie überprüft. „Die Anwendung der Gabriel-Technologie führt zu einer Reduktion der Stressaktivierung und auch dazu, dass die Immunreaktion weniger stark ausfällt. Bereits 90 Minuten nach dem 5G-Telefonat kann das Ausgangsniveau wieder annähernd erreicht werden. Die Reduktion der Reserveatmungskapazität der Mitochondrien fällt ebenfalls signifikant geringer aus, wenn ein mit dem `Gabriel Chip 5G´ entstörtes iPhone 12 genutzt wird. Nach 90 Minuten befindet sie sich dann fast wieder auf dem Level der Basismessung.“ Über die Anwendung dieser wissenschaftlich anerkannten Technologie hinaus sprach sich Henz dafür aus, kombinierte Konzepte für Therapie und Prävention zu entwickeln und umzusetzen: „Nicht nur eine Entstörungs-Technologie ist wichtig, sondern gleichzeitig auch die organismische Basis, dass ganzheitliche therapeutische Ansätze tatsächlich auch wirken können – also beispielsweise begleitende bedarfsgerechte Mikronährstofftherapien sowie frequenzbasierte Therapiemethoden die die Gehirnaktivität zurück in ein natürliches Gleichgewicht bringen.“ (JÜK)

* Diana Henz (2022). SHIELDING CHIPS REDUCE EFFECTS ON EEG BRAIN ACTIVITY, IMMUNE FUNCTIONS, AND MITOCHONDRIAL BIOENERGETICS INDUCED BY ELECTROMAGNETIC RADIATION IN THE 5G RANGE. Psychophysiology, SI, S137.

Nachbericht: 16. Internationaler Bodenseekongress

Wertvolle Erkenntnisse aus der Welt der Mikronährstoffmedizin.

Im voll besetzten Lilienberg-Konferenzzentrum fand am Samstag, 10. September, der 16. Internationale Bodenseekongress für Regulations- und Moderne Orthomolekulare Medizin statt. Rund 200 Ärzte, Therapeuten, Apotheker und Drogisten hörten neueste Erkenntnisse im Bereich der Mikronährstoffmedizin. Neben hochkarätigen Fachvorträgen boten die Fragerunden und Pausen ausreichend Gelegenheit für Diskussionen, den persönlichen Austausch und den Besuch der Ausstellerstände.

Inhaltlich reichte das Spektrum von Autoimmunerkrankungen (Prof. Dr. med. habil. Ulrich Amon), über Vitamin D (Assoc. Prof. Dr. Rodrig Marculescu) bis hin zu Strategien zur Alzheimer- und Demenzprävention (Dr. med. Kurt Mosetter). Über biomolekulare Konsequenzen von chronischem und traumatischem Stress aus Sicht der psychoneuroimmunologischen Biomarker-Forschung referierte Dr. Alexander Karabatsiakis. Mit Polyphenolen gegen SARS-CoV-2 beschäftige sich Prof. Dr. med. Sigrun Chrubasik. Evidenzbasierte Ergebnisse individualisierter Mikronährstofftherapien standen im Mittelpunkt von drei weiteren Präsentationen: Absolventen gaben Einblicke in ihre Masterarbeiten, die im Rahmen des Master- und Zertifikatsstudiengangs für Mikronährstofftherapie & Regulationsmedizin an der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) entstanden sind: Renée Lohbusch ging darauf ein, wie sich individualisierte Mikronährstoffrezepturen bei Personen mit Kinderwunsch auf körpereigene Regulationssysteme auswirken. Felix Euchner beschäftigte sich mit dem Einfluss von Magnesium auf die Balance des vegetativen Nervensystems und die Lebensqualität. In Vertretung stellte Studiengangleiter Prof. Dr. Elmar Wienecke eine retrospektive Interventionsstudie vor, die dem Einfluss von Mikronährstoffen auf die Pollen- und Hausstauballergie gewidmet ist.

Für Andreas Hefel, Präsident der Stiftung für Gesundheit und Umwelt (SfGU), verdeutlichte das Programm des Internationalen Bodenseekongresses einmal mehr, dass nichtübertragbare Krankheiten erfolgreich vermieden und ursächlich behandelt werden können. Ihm zufolge braucht es dafür eine personalisierte Ernährung mit ausreichend Mikronährstoffen, gezielte Bewegung (ca. 10‘000 Schritte pro Tag oder 20 Minuten Sport), eine Reduktion von Schadstoffbelastungen (z. B. Elektrosmog durch die Gabriel-Technologie) und den täglichen Einsatz von geeigneten Entspannungsmethoden (z. B. Farben und binaurale Beats mit dem CB12-System) – einfache Massnahmen, die unter professioneller Anleitung täglich umgesetzt werden können.

Die zahlreichen Inhalte des 16. Internationalen Bodenseekongresses werden redaktionell aufbereitet und zugänglich gemacht: Die OrthoNews – die Fachpublikation zur Tagung – erscheinen Mitte Oktober. Fast alle Vorträge werden in voller Länge auf QS24 («Back to school»), auf YouTube sowie in der SALUSMED-Mediathek zu sehen sein. Ergänzend dazu werden im QS24-Programm «Naturmedizin» auch TV-Interviews mit den Referenten ausgestrahlt, die im «Lilienberg» ausgezeichnet wurden. 


Der 17. Internationale Bodenseekongress findet am Samstag, 9. September 2023, statt.

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